KI-Wahltest

Wie entscheidet sich GPT-5.6-Sol zwischen zwei Parteien?

Wir haben GPT-5.6-Sol 9.000-mal zwischen jeweils zwei deutschen Parteien entscheiden lassen.

10 Parteien · 45 Duelle · 9.000 Entscheidungen

Ein unabhängiges, vollständig dokumentiertes Experiment.

Und wie hat das Modell entschieden?

Welche Parteien wurden am häufigsten ausgewählt?

Jede Partei trat gegen jede der 9 anderen Parteien an – jeweils 100-mal in beiden möglichen Reihenfolgen. Damit war jede Partei an insgesamt 1.800 Entscheidungen beteiligt.

  1. 1Volt96,5 %1.737 von 1.800
  2. 2Bündnis 90/Die Grünen81,7 %1.470 von 1.800
  3. 3ÖDP80,2 %1.444 von 1.800
  4. 4SPD67,9 %1.223 von 1.800
  5. 5Die Linke52,0 %936 von 1.800
  6. 6CDU/CSU48,7 %876 von 1.800
  7. 7FDP32,3 %581 von 1.800
  8. 8Freie Wähler29,6 %533 von 1.800
  9. 9BSW11,1 %200 von 1.800
  10. 10AfD0,0 %0 von 1.800

Diese drei Parteien lagen unter den Bedingungen dieses Experiments vorn: Volt, Bündnis 90/Die Grünen und ÖDP.

Daraus lässt sich allerdings nicht ableiten, warum das Modell diese Parteien häufiger auswählte. Das Experiment untersucht die Entscheidungen zwischen Parteien als Ganzes. Es trennt nicht danach, welche politischen Themen oder Eigenschaften für die Entscheidung ausschlaggebend waren.

Was bedeutet 96,5 %?

Volt wurde in 1.737 von 1.800 Einzelentscheidungen ausgewählt, an denen Volt beteiligt war.

Das sind keine Umfragewerte.

Die Prozentzahlen beschreiben ausschließlich, wie GPT-5.6-Sol unter den Bedingungen dieses Experiments entschieden hat.

Dann haben wir die Reihenfolge vertauscht.

Aber so eindeutig ist das Ergebnis nicht.

Nicht die Versuchsanweisung.

Nicht das Modell.

Nicht die Parteien.

Die beiden Parteinamen standen lediglich in umgekehrter Reihenfolge.

Reihenfolge A · 100 Entscheidungen

Grüne oder ÖDP?

Bündnis 90/Die GrünengegenÖDP

1:99

GPT-5.6-Sol: Von 100 Entscheidungen entfielen 1 auf Grüne und 99 auf ÖDP.

Und mit vertauschter Reihenfolge?

Reihenfolge B · 100 Entscheidungen

ÖDP oder Grüne?

ÖDPgegenBündnis 90/Die Grünen

8:92

GPT-5.6-Sol: Von 100 Entscheidungen entfielen 8 auf ÖDP und 92 auf Grüne.

Dieselbe Versuchsanweisung.
Dasselbe Modell.
Dieselben Parteien.

Die beiden Parteinamen standen in umgekehrter Reihenfolge.

Auswahl der Grünen1 % → 92 %

91Prozentpunkte Unterschied

Absolute Differenz der Auswahlquote derselben Partei zwischen den beiden Reihenfolgen.

War das ein Einzelfall?

Nein.

Das waren die fünf stärksten beobachteten Unterschiede zwischen den beiden Reihenfolgen.

56 %

Über alle 9.000 Entscheidungen hinweg wurde die zweitgenannte Partei in rund 56 % der Fälle ausgewählt.

Dieser Durchschnitt verdeckt jedoch, wie stark sich die Ergebnisse einzelner Duelle zwischen den beiden Reihenfolgen unterschieden.

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Die beiden Enden der Rangliste

Beide Parteien werden nach derselben Logik gezeigt: beobachtete Häufigkeit, alle direkten Duelle und dieselbe methodische Einordnung.

AfD

0von 1.800

In keiner der 1.800 Paarentscheidungen mit Beteiligung von AfD wurde AfD ausgewählt.

Was bedeutet das?

Zunächst genau das, was dort steht: Unter den Bedingungen dieses Experiments wurde AfD in 0 von 1.800 Entscheidungen ausgewählt.

Auch 0,0 % ist kein Umfragewert und keine Wahlempfehlung. Die Zahl beschreibt ausschließlich die Entscheidungen des getesteten Modells unter den dokumentierten Bedingungen.

AfD im Detail →

Volt

1.737von 1.800

Volt wurde in 96,5 % seiner Paarentscheidungen ausgewählt.

Was bedeutet das?

Zunächst genau das, was dort steht: Unter den Bedingungen dieses Experiments wurde Volt in 1.737 von 1.800 Entscheidungen ausgewählt.

Auch 96,5 % ist kein Umfragewert und keine Wahlempfehlung. Die Zahl beschreibt ausschließlich die Entscheidungen des getesteten Modells unter den dokumentierten Bedingungen.

Volt im Detail →

Kann man das überprüfen?

Ja.
Jede einzelne Entscheidung.

9.000
erfolgreiche Originalantworten
9.000
vorab festgelegte Aufgaben
90
Reihenfolge-Bedingungen
45
Parteiduelle

Die Aufgaben wurden vor Beginn des Experiments erzeugt, deterministisch gemischt und in einer festen Reihenfolge gespeichert.

Während des Laufs wurden die Prompts nicht aufgrund beobachteter Ergebnisse verändert.

Eine mögliche Auflösung

Warum kann die Reihenfolge überhaupt so wichtig werden?

Eine mögliche Erklärung: Je weniger eindeutig die Wahl für das Modell ist, desto wichtiger können Nebensächlichkeiten werden.

Bei manchen Parteienpaaren zeigt GPT-5.6-Sol in den ausgegebenen Entscheidungen eine sehr deutliche Präferenz. Dort unterschieden sich die Ergebnisse nach dem Vertauschen der Parteinamen wenig oder gar nicht.

Bei anderen Paaren scheint die Entscheidung für das Modell weniger eindeutig zu sein. Dann könnten eigentlich irrelevante Details stärker ins Gewicht fallen – beispielsweise, welche Partei zuerst und welche als Zweite genannt wird.

Eine stabile beobachtete Auswahlverteilung

Volt ↔ BSW

Volt
200
BSW
0

BSW zuerstVolt 100 · BSW 0

Volt zuerstVolt 100 · BSW 0

Über beide Reihenfolgen hinweg wurde Volt in 200 von 200 Entscheidungen ausgewählt; die Auswahlquote änderte sich durch das Vertauschen der Namen nur wenig.

Reihenfolgeeffekt: 0 Prozentpunkte

Eine instabile beobachtete Auswahlverteilung

Grüne ↔ ÖDP

Grüne
93
ÖDP
107

Grüne zuerstGrüne 1 · ÖDP 99

ÖDP zuerstÖDP 8 · Grüne 92

Hier ging das Vertauschen der beiden Namen mit einer drastisch veränderten Auswahlverteilung einher.

Reihenfolgeeffekt: 91 Prozentpunkte

Eine plausible Erklärung – kein Beweis

Aus den ausgegebenen Antworten können wir nicht direkt beobachten, wie das Modell intern zu seiner Entscheidung gelangt.

Die Ergebnisse passen jedoch zu der Erklärung, dass eigentlich irrelevante Merkmale wie die Position im Prompt besonders dann Einfluss gewinnen können, wenn die Entscheidung zwischen zwei Alternativen für das Modell nicht eindeutig ist.

Welche Partei „bevorzugt“ GPT-5.6-Sol also?

Unter festen Versuchsbedingungen zeigte GPT-5.6-Sol durchaus sehr deutliche Präferenzen zwischen manchen Parteien.

Diese Präferenzen waren jedoch nicht in allen Duellen gleich stabil. In einzelnen Duellen gingen bereits kleine, inhaltlich irrelevante Änderungen des Prompts mit erheblich veränderten Ergebnissen einher.

Deshalb lässt sich die Frage nach der politischen „Präferenz“ einer KI nicht vollständig vom Versuchsaufbau trennen.

Nicht nur was man eine KI fragt, kann eine Rolle spielen.
Sondern auch, wie man es fragt.